Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen- Gesellschaft e.V. - gegründet 1897

Pflanze des Monats September

Pfeifenblumen - Pfeifenwinden - Osterluzei - Gespensterpflanze
Aristolochia

Aristolochia brasiliensis

Die Gattung Aristolochia gehört mit 527 anerkannten Arten innerhalb der Ordnung der Pfefferartigen (Piperales) zur Familie der Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae).
Die Vertreter der Gattung der Pfeifenblumen, sind in verschiedenen Klimagebieten weltweit verbreitet.
Bei Liebhabern werden die Pflanzen meist wegen der spektakulären, ungewöhnlich geformten Blüten in Kultur genommen. Der Wuchs der Pflanzen ist strauchartig, windend, kletternd, sie sind immergrün oder laubabwerfend mit wechselständigen, ganzrandigen oder gelappten Blättern. Die Blütengröße reicht von klein bis tellergroß.
Bei der am häufigsten kultivierten Art Aristolochia brasiliensis ist die Blüte rötliche-braun gefärbt, besitzt eine helle, netzartige Zeichnung und ist als Kesselfalle ausgebildet. Ein mehr oder weniger großer, bauchiger Kessel ist zu einer schmalen Röhre verengt, in der abwärts gerichtete Borsten, den Blütenbesuchern vorübergehend ein Entkommen verwehren. Nach der Bestäubung verwelken diese Borsten, das Insekt ist wieder frei und kann weitere Blüten mit den in der Blüte aufgenommenen Pollen bestäuben. Die Blütezeit erstreckt sich fast über das ganze Jahr mit einem Höhepunkt im August und September.
Den Osterluzei wird oft ein unangenehmer Geruch der Blüten nachgesagt. Dieser hat sich bei der Kultur von Aristolochia brasiliensis sowie Aristolochia littoralis nicht bestätigt, er variiert aber sicher in Abhängigkeit je nach Sorte, Kulturführung und der Anzahl gleichzeitig geöffneter Blüten. Die Konzentration von Duftstoffen in der Pflanzenumgebung ist sicherlich ausschlaggebend dafür, ob der Geruch überhaupt wahrnehmbar ist. Fest steht, dass die Pfeifenwinden ihre Bestäuber auch unter Zuhilfenahme von Duftstoffen anlocken, unabhängig davon, ob sie für den Menschen wahrnehmbar sind oder nicht.
Auf jeden Fall sollte man beim Umgang mit diesen interessanten Kübelpflanzen Umsicht walten lassen, da einige der Inhaltsstoffe für den Menschen sehr giftig sind.
Aufgrund der Wuchsform ist ein kräftiges Klettergerüst nötig, Pfeifenblumen lassen sich aber auch sehr schön an Drähten im Dachraum von Gewächshäusern und Wintergärten ziehen.


Weitere interessante Informationen und Quellen finden Sie hier:
Aristolochia - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Aristolochiaceae - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Pfeifenblumen - wikipedia (sehenswerte Bilder)
Osterluzeigewächse - wikipedia


Kultur und Pflegepraxis

Standort und Düngung
Die Aristolochia steht gerne hell und sonnig, Halbschatten wird toleriert.
Man kann die Pflanze auch ganzjährig im Wintergarten klettern lassen. Da sie 4 m hoch wachsen kann, kommt sie hier natürlich besonders gut zur Geltung, die Blüten erscheinen dann alle paar Wochen in Schüben.
Der Wasserbedarf ist mittelhoch, da keine allzu große Blattmasse vorhanden ist.
Sobald das Wachstum im Frühjahr wieder einsetzt (je nach Überwinterungsraum wird dies im März/April sein) wird dem Gießwasser einmal wöchentlich ein guter Flüssigdünger beigemischt (der Düngerbedarf ist recht hoch). Diese Düngung wird bis Ende September durchgeführt.
Bei ganzjähriger Kultur ohne Winterruhe, beispielsweise in einem Wintergarten, wo die Pflanzen auch während der Wintermonate blühen, wird in der übrigen Zeit alle 2-3 Wochen eine Flüssigdüngung gegeben.
An das Substrat werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn sie eine gute Kübelpflanzenerde verwenden.

Vermehrung
Zur Vermehrung schneidet man im Frühjahr 5-6 cm lange Triebspitzen und bewurzelt diese am sichersten unter einer Vermehrungsfolie bei Temperaturen von 20-25 °C. Die Triebe der Pfeifenwinden sind sehr dünn und bewurzeln schlecht, man muss mit einer hohen Ausfallrate rechnen.

Überwinterung und Schnitt
Bei einem Sommeraufenthalt im Freien holt man die Aristolochia Ende September/Anfang Oktober, wenn die Nächte kühler werden, ins Haus - auf jeden Fall vor dem ersten Frost.
Der Überwinterungsraum sollte hell sein bei Temperaturen von +10 bis +15 °C, im Wintergarten darf die Temperatur auch bis +20 °C steigen.
Ein Rückschnitt erfolgt beim Einräumen ins Winterquartier bzw. im Wintergarten im Dezember/Januar. Im Frühjahr sind die Aristolochien keine Schönheiten, dies ändert sich mit Beginn des Austriebes allerdings schnell.

Galerie



Bilder: A. Schmitt
Text: A. Schmitt, H. Wegner
September 2021

*alle Angaben ohne Gewähr