Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen- Gesellschaft e.V. - gegründet 1897

Pflanze des Monats Juli

Korallenstrauch - ganzrandige Purgiernuss
Jatropha integerrima

Jatropha integerrima

Innerhalb der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales) gehört die Gattung Jatropha mit 175 anerkannten Arten zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) (Plants of the world 2017). Weitere bekannte Vertreter dieser Familie sind der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), der Christusdorn (Euphorbia milii), der Wunder- (Ricinus communis) und der Kautschukbaum (Hevea brasiliensis)
Während die natürlichen Verbreitungsgebiete der Gattung fast im gesamten tropischen und subtropischen Gürtel der Erde zu finden sind, liegt das Ursprunggebiet von Jatropha integerrima ausschließlich in Cuba. Inzwischen wurde sie wegen ihrer hohen Attraktivität in verschiedenste Länder eingeführt und hat sich dort verbreitet. Laut (Plants of the world 2017) ist sie in Bangladesh, Belize, Colombia, Costa Rica, Dominican Republic, Florida, Guatemala, Haiti, Honduras, India, Leeward Is., Marquesas, Nicaragua, Panamá, Peru, Puerto Rico, Society Is., Southwest Caribbean, Sulawesi, Trinidad-Tobago, Venezuela, Venezuelan Antilles und Windward Is. zu finden. Das invasive Potential der Art (das Vermögen sich am neuen Standort in der natürlichen Flora auszubreiten) wird aber eher als gering eingestuft.
Am Naturstandort erreicht die strauchig wachsende 'ganzrandige Purgiernuss' eine Gesamthöhe von etwa eineinhalb Metern. Frei stehend sind Breite und Höhe etwa gleich. Die Gesamterscheinung der Pflanze ist trotz der bereis an der Stammbasis einsetzenden starken Verzweigung eher licht und durchscheinend, die gestielten, grünen, meist ganzrandigen, verkehrt lanzettliche spitz zulaufenden Blätter können gut 13cm lang und bis zu 6cm breit werden. Der bei Verletzungen der Pflanze austretende Milchsaft ist wässrig und weiß.
Die mit einem 10cm langen Stiel versehenen Blütenstände entspringen endständig oder an den Blattachseln der Triebe und versammeln eine locker stehende Gruppe einzelner Blüten.
Das herausragende, sofort ins Auge stechende Merkmal dieser Art ist die Blütenfarbe - ein intensives Korallenrot, das fast von Innen her zu leuchten scheint und der Pflanze im deutschen Sprachraum den Namen Korallenstrauch eigebracht hat (dieser Name wird allerdings auch für andere Arten verwendet).
Die aus fünf Kronblättern gebildeten, entweder männlichen oder weiblichen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 2,5 bis 3cm. Beide Blütenausprägungen sind auf einer Pflanze zu finden, das Geschlecht innerhalb eines Blütenstandes ist aber einheitlich - um die Details zu entdecken lohnt sich ein zweiter Blick auf die wunderbaren Blüten. Sind die nach erfolgreicher Befruchtung entstehenden annähernd runden - etwa ein cm großen - Kapselfrüchte reif, springen sie bei Berührung spontan auf.
Neben ihrer Schönheit ist die Pflanze wegen ihrer toxikologischen Inhaltsstoffe für die Pharmakologie interessant. Im Umgang mit der Purgiernuss sollten Sie unbedingt beachten, dass alle Pflanzenteile giftig sind.
Jatropha integerrima ist sie eine relativ unkomplizierte Kübelpflanze, die den ganzen Sommer über - bei warmer Überwinterung sogar ganzjährig - blüht und auch als Halbstämmchen gezogen werden kann.


Weitere interessante Informationen und Quellen finden Sie hier:
Jatropha integerrima - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Starr Environmental, Plants of Hawaii : Euphorbiaceae - Jatropha integerrima Bilder weibicher und männlicher Blüten
Starr Environmental, Plants of Hawaii : Euphorbiaceae - Gattung Jatropha
Jatropha integerrima - Dr. Giuseppe MAZZA


Kultur und Pflegepraxis

Standort und Düngung
Jatropha integerrima möchte einen halbschattigen bis leicht sonnigen, geschützten und warmen Standort.
Für diese Art ist ein gutes Gleichgewicht zwischen Wasser und Luft im Substrat wichtig.
Sie benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung, Staunässe und der damit verbundene Luftmangel muss aber unbedingt vermieden werden, da die Wurzeln sonst leicht faulen. Das Einbringen einer Drainage in das Pflanzgefäß und das Verwenden eines strukturstabilen Substrats sind eine optimale Grundlage.
In der Hauptwachstumszeit benötigt die Pflanze relativ viel Wasser. Mit dem regelmäßigen Wässern der Pflanze kann sie während der Wachstumszeit 14tägig durch Zugabe eines organischen Flüssigdüngers ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.

Vermehrung
Jatropha integerrima kann aus Samen gezogen und über nicht-holzige Stecklinge vermehrt werden.

Krankheiten und Schädlinge
Besonders bei verminderter Luftfeuchte, zu wenig Licht und allgemeiner Schwächung wird die Art von Blatt-, Wollläusen, Spinnmilben und 'weißer Fliege' befallen. Wird bei den regelmäßigen Kontrollen ein Befall festgestellt können die Plagegeister mit biologischen Präparaten vertrieben werden.

Überwinterung und Schnitt
Die Pflanzen sollten wegen ihrer Kälteempfindlichkeit ins Winterlager geräumt werden, wenn die Nachttemperaturen unter 10°C fallen, da die Pflanzen dann bereits ihr Lab abwerfen.
Überwintert werden kann hell bei 15 ±5°C und leicht erhöhter Luftfeuchte, um Schädlingsbefall vorzubeugen. Während der Überwinterung den Ballen nur leicht feucht halten und nicht düngen. Sollte die Pflanze das gesamte Laub abgeworfen haben, nur so viel gießen, dass der Ballen nicht komplett austrocknet.
Sobald sich im Frühjahr - etwa ab März - erste Neuaustriebe zeigen können Pflanzen mit durchwurzeltem Ballen umgetopft werden.
Wer einen hellen, warmen Wintergarten besitzt kann Jatropha integerrima auch über das Winterhalbjahr weiter kultivieren und in der dunkleren Jahreszeit die leuchtende Blütenpacht genießen. Bei konstant 18 bis 20°C und etwas erhöhter Luftfeuchte fühlen sie sich besonders wohl. Durchkultivierte Pflanzen angepasst gießen und weniger düngen, das Umtopfen und der Rückschnitt erfolgen ebenfalls im März.
Für eine gute Verzeigung und einen kompakten Wuchs sollten besonders Jungpflanzen entspitzt und ältere Pflanzen zum Ende des Winters zurückgeschnitten werden.
Mit regelmäßigem Rückschnitt während der Vegetationszeit können die eher locker wachsenden Pflanzen zu dichtkronigen - in relativ beliebigen Formen - erzogen werden.

Galerie



Bilder: M. Kleinau, H. Wegner
Text: H. Wegner
Juli 2018