Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen- Gesellschaft e.V. - gegründet 1897

Pflanze des Monats April

Fuchsien
Fuchsia

Fuchsia

Die Gattung Fuchsia gehört mit 108 anerkannten Arten innerhalb der Ordnung der Myrtenartige (Myrtales) zur Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) (Plants of the world 2017).
Die ursprünglichenVerbreitungsgebiete der Gattung Fuchsia liegen in Mittel- und Südamerika. Nach der 'Entdeckung' Südamerikas durch die spanischen Eroberer gelangten die Fuchsien auch in andere Bereiche des Erdballs. Kältetolerante Arten sind bei geeigneten klimatischen Bedingungen auch im Freiland zu finden.
Am Naturstandort wachsen Fuchsien meist strauchartig, aufrecht oder/und kletternd, seltener baumartig, teilweise krautig.
Benannt wurde die Gattung durch Charles Plumier (1646 -1704 ), der Exemplare von seiner dritten Mexikoreise mit nach Europa brachte. Charles Plumier war ein für die damalige Zeit umfangreich gebildeter und studierter Ordensbruder, der im Laufe seines Lebens wichtige und umfangreiche Pflanzensammlungen anlegte. Die Sammlungsschwerpunkte lagen hierbei vor allem auf dem Südamerikanischen Kontinent.
Eine der wichtigsten Entdeckungen und Beschreibungen, die er machte, war die der Fuchsia triphylla flora coccinea. Gefunden hatte er die Fuchsie in den Vorbergen von Santo Domingo in der Karibik.
Diese Art war der Grundstock für eine umfangreiche Pflanzengattung. Plumier benannte sie zu Ehren von Leonhart Fuchs (1501 - 1566 ), der als einer der Väter der Pflanzenkunde gilt, Fuchsia.
Carl von Linné (1701 - 1778) behielt im Zuge der Nomenklaturentwicklung diesen Namen bei.

Obwohl es bereits einige winterfeste Arten und Sorten innerhalb der Gattung gibt, vertragen die meisten ihrer Vertreter keinen Frost. In unseren Breiten gehört die Fuchsie zu den wenigen Halbschatten/Schatten liebenden Beetpflanzen. Die üppig blühenden Pflanzen werden nach wie vor besonders gern in Kübelkultur gehalten und sind sicherlich als eine der verbreitetsten Kübelpflanzen einzustufen. Dank der Wüchsigkeit und das langsame Verholzen der Stängel, kann man Fuchsien zu diversen Formen heranziehen: Hochstämmchen, lockere oder kompakte Büsche, Hängeampeln und sogar Bonsaiformen sind möglich. Ganz speziell wirken auch sehr hoch gezogene Fuchsienstämme, die zu spiralförmigen Gebilden gezogen werden - solche Spezialerziehung ist aber wahrscheinlich eher etwas für Spezialisten. Der „normale“ Fuchsien- und Pflanzenfreund erfreut sich vor allem an der Farben- und Formenvielfalt der Blüten der vielen verschiedenen Sorten. Ca. 20.000 Sorten soll es weltweit geben - wahrscheinlich sind es eher noch mehr. Allein im Fuchsienverzeichnis der DDFGG sind am heutigen Tage 16922 Sorten und Arten eingetragen.


Weitere interessante Informationen und Quellen finden Sie hier:
Fuchsia - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Fuchsien - wikipedia
Leonhart Fuchs - wikipedia
DDFGG e.V.-Fuchsien
Fuchsienverzeichnis der DDFGG
www.sigrids-fuchsienseite.de
Deutsche Fuchsiengesellschaft - Literatur


Kultur und Pflegepraxis

Standort und Düngung
Allgemein wird für die Fuchsie ein halbschattiger Standort empfohlen.
Das trifft auch für fast alle Sorten zu, nur die Fuchsia triphylla– Sorten mögen gerne Sonne und auch die winterharten Sorten der Fuchsia magellanica haben gerne sonnige Standorte.
Sehr schön sehen Fuchsienkübel auch kombiniert in halbschattigen Staudenbeeten aus. Dort gedeihen vielfach grüne, wenig farbige Stauden und die bunten Blüten der Fuchsien kommen sehr gut zur Geltung. Zusätzlich schützt das Einsenken der Pflanzkübel ins Beet die schnell kopflastigen Pflanzen vor dem Umstürzen bei Wind, sorgt dafür, dass der Wurzelballen bei heißer Witterung nicht so schnell aufheizt und weniger schnell austrocknet.
Damit Fuchsien den ganzen Sommer gesund aussehen und reich blühen, müssen sie gut mit Nährstoffen versorgt werden. In der Hauptwachstumszeit von Mai bis Anfang September sollten sie einmal in der Woche übers Gießwasser eine gute Portion organischen Flüssigdünger bekommen. Eine gut drainierte und vor allem strukturstabile Kübelpflanzenerde ist die beste Voraussetzung für eine üppige Blüte.

Vermehrung
Die Fuchsie ist eine Pflanze, die sich auf verschiedenste Art und Weise vermehren lässt.
Möchte man von einer Sorte mehrere Pflanzen haben, dann wird man im Frühjahr Stecklinge schneiden. Dazu treibt man die Pflanze, etwas wärmer gestellt, an und schneidet von den neuen Trieben, die langsam beginnen zu verholzen, Triebspitzen von etwa 5 cm Länge, steckt diese in Aussaaterde und bewurzelt die Stecklinge bei ca. 20°C und möglichst hoher Luftfeuchtigkeit.
Fuchsien eignen sich auch sehr gut zur Vermehrung aus Samen.
Die Pflanzen sind dann nicht mit der Ausgangspflanze identisch sondern 'Kinder' von ihr, die häufig eine bunte Vielfalt an Form und Farbe zeigen. Vielleicht ist ja auch eine ganz besondere, neue Sorte dabei.
Zuvor lässt man die befruchteten Blüten an der Pflanze und es bilden sich Samenkapseln aus. Darin befinden sich einige Samenkörner, die aber nicht lange keimfähig sind und am besten gleich ausgesät werden sollten. Fuchsien sind Dunkelkeimer, d.h. die Samen leicht mit Erde bedecken und mäßig feucht halten - nach der Keimung sind die jungen Pflänzchen empfindlich gegenüber zu viel Nässe. Mit etwas Geduld kann man schon bald Besitzer eigener Fuchsienzüchtungen sein.

Krankheiten und Schädlinge
Um es gleich vorweg zu nehmen: Fuchsien sind sehr empfänglich für Krankheiten und Schädlinge aller Art. Die Liste ist sehr lang und würde hier den Rahmen sprengen. Wichtig zur Gesunderhaltung der Pflanzen ist auf jeden Fall eine gute Kulturführung. Das heißt, die Pflanzen sollten abgehärtet werden und möglichst wenig Stress ausgesetzt sein. Auch hilft regelmäßige Kontrolle, um frühzeitig Krankheiten und Schädlinge zu erkennen und dann entsprechend handeln zu können. Der Gärtner Ihres Vertrauens steht Ihnen sicher beratend zur Seite.
Auf einen wichtigen Schädling sei jedoch besonders hingewiesen: Das Fuchsienvirus.
Dieses Virus befällt aber nicht die Pflanzen, sondern den Pflanzenliebhaber und führt bei den vielen wunderbaren Sorten zu ausgeprägter Sammelleidenschaft.

Überwinterung und Schnitt
Da Fuchsien aus den warmen Regionen Südamerikas stammen, brauchen sie im Winter einen frostfreien Ort für die Überwinterung. Ausnahmen bilden hier die winterharten Formen, die mit gutem Winterschutz im Freiland bleiben.
Es gibt eine Vielzahl von Überwinterungsmöglichkeiten für Fuchsien: dunkel und Kühl (+5°C), hell und warm (+10-15°C), in Erdmieten... Es wurde auch schon davon berichtet, dass Pflanzen in Ermangelung eines geeigneten Winterquartiers zwischen die Dachsparren geschoben wurden. Auf jeden Fall sollte der Platz frostfrei sein und der Wurzelballen der Pflanzen darf nicht austrocknen.
Hier eine 'normale' Methode: Vor dem Einräumen ins Winterquartier werden die Pflanzen leicht zurückgeschnitten und entlaubt. Das abfallende Laub und die Blüten sind gute Nährböden für Fäulnis, Schimmel und Schädlinge, daher ist es wichtig, alles zu entfernen. Die Pflanze braucht so, all ihrer Blätter beraubt, wenig Wasser während der Wintermonate. Jedoch sollte der Ballen nie ganz austrocknen, weil sonst Vertrocknungsgefahr besteht.
Ein besonderes Augenmerk sollte auf winterblühende Fuchsien gelegt werden, die erst im Winter zur Blüte kommen und einen guten Platz im nicht zu warmen Wintergarten finden und dort ihren Ansprüchen entsprechend versorgt werden sollten.
Nach der Winterruhe, Ende März, Anfang April werden die Pflanzen nochmals kräftig zurück geschnitten, damit sie aus starken Augen wieder kräftig austreiben können und man eine hübsche, kompakte Pflanze durch Erziehungsschnitt gestalten kann. Anfang Mai können die Pflanzen dann langsam an die Außentemperaturen gewöhnt werden und auch das regelmäßige Düngen mit dem Gießwasser beginnt nun wieder.

Galerie



Bilder: M. Kleinau, H. Wegner
Text: B. Verbeek, H. Wegner
April 2021

*alle Angaben ohne Gewähr