Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen- Gesellschaft e.V. - gegründet 1897

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Aloe
Aloe

Aloe arborecens

Die Gattung Aloe gehört mit ihren 558 anerkannten Arten innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales) zur Unterfamilie Affodillgewächse (Asphodeloideae) (The Plant List Stand August 2017).
In der nahen Vergangenheit haben die Ergebnisse molekularer Untersuchungen zu einer Verschiebung systematischer Abgrenzungen innerhalb der Ordnung geführt.
Die Unterfamilie der Affodillgewächse - und damit auch die Gattung Aloe - wird nun nicht mehr in die Familie der Liliengewächse (Liliaceae), sondern in die Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae) eingeordnet.
Aloe sind meist sukkulent und wachsen stammlos, strauch- oder baumförmig. Ihre dickfleischigen Blätter bilden eine stengelumfassende Rosette, sind dreieckig und haben an den Rändern dreieckige Zähne ausgebildet, die bei der 'echten Aloe' (Aloe vera) weißlich und fest sind. Die seitlich erscheinenden traubigen Blütenstände können unterschiedliche Formen aufweisen.
Die Aloe-Arten sind ursprünglich in Süd- und Ostafrika, den vorgelagerten Inseln und im Südwesten der arabischen Halbinsel verbreitet. Mittlerweile sind Aloe-Arten und -Sorten als Nutz- und Zierpflanzen in Parks und Gärten überall dort verbreitet, wo ein geeignetes tropisches und subtropisches Klima zu finden ist.
Die Gattungsbezeichnung Aloe stammt aus dem griechischen, und bezieht sich auf den getrockneten Saft der Pflanze. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe wird die Pflanze seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt. Erste Erwähnung fand die Heilwirkung bereits vor 3000 Jahren. Der getrocknete, vermahlene Saft wird von der Pharmazie als Abführmittel genutzt, der an Polysaccariden reiche, kühlende, antiseptische, wundheilende und immunstimulierende Saft der Aloe vera wird als Gel bei Verbrennungen und in der Hautpflege eingesetzt. Derzeit gibt es einen regelrechten Boom an Produkten, denen Bestandteile der Aloe vera zugesetzt werden. Ob solche Produkte nützlich sind bleibt dahin gestellt.
Abgesehen von den inhaltlichen Qualitäten wird die Aloe als außergewöhnliche, strukturgebende Pflanze genutzt und ist neben der Freiland- auch für die Zimmer- und Kübelpflanzenkultur geeignet.
Altbewährte und für diese Kultur geeignet sind beispielsweise die Tiger-Aloe (Aloe variegata), die Brand- oder Baum-Aloe (Aloe arborescens) und die bekannte Aloe vera (syn. Aloe barbadensis).


Weitere interessante Informationen und Quellen finden Sie hier:
wikipedia - Spargelartige (Asparagales)
wikipedia - Grasbaumgewächse(Xanthorrhoeaceae)
wikipedia - Affodillgewächse (Asphodeloideae)
mein mediterraner Garten: Aloe-Arten


Kultur und Pflegepraxis

Standort und Düngung
Im Sommer lieben Aloe-Pflanzen einen vollsonnigen Standort, brennende Mittagssonne sollte aber unbedingt vermieden werden. Nach Aufenthalt im Haus müssen Pflanzen einige Wochen im Halbschatten stehen, damit sich die Blätter an die UV-Strahlung im Sonnenlicht anpassen können. Danach kann man sie auch in die pralle Sonne stellen. Ein Sonnenplatz ist für die Stabilität des Gewebes förderlich und erhöht den Gehalt an den sekundären Pflanzenstoffen, die für die Heilwirkung der Pflanzen verantwortlich sind.
Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Wasserversorgung der Pflanze haben.
Wie andere Sukkulenten wird die Aloe eher trocken gehalten. Bei hoher Sonneneinstrahlung im Sommer steigt der Wasserverbrauch der Aloe stark an und regelmäßige Wassergaben (mindestens einmal wöchentlich) sind wichtig. Im Winter - bei wesentlich weniger Licht - sollte dann natürlich sparsamer gegossen werden.
Die fleischigen Wurzeln sind empfindlich gegen Staunässe, als Substrat sollte lockere, durchlässige Erde verwendet werden. Ideal ist das Untermischen von Sand oder Bims unter eine torfarme Topfpflanzenerde und eine gute Drainageschicht am Topfboden. Die Nährstoffversorgung im Sommer kann durch Düngung mit Kakteendünger 1-2mal im Monat gesichert werden.

Vermehrung
Am leichtesten ist das Abnehmen von Kindeln, die man abnimmt, ohne die Wurzeln zu beschädigen und in einen neuen Topf setzt.
Es gibt auch die Möglickkeit einen Seitentrieb von der Mutterpflanze abzunehmen, die Schnittstelle eineinhalb Tage antrocknen zu lassen und diesen dann in neues Substrat zu setzen. Der Steckling sollte dann regelmäßig vorsichtig gegossen werden, bis sich neue Wurzeln bilden.

Krankheiten und Schädlinge
Die Aloe ist eine eher robuste Pflanze. Treten Probleme auf liegt es meist an Pflegefehlern. Eine besonderes Augenmerk sollte auf der Wasserversorgung liegen, meist werden die Pflanzen überversorgt.

Überwinterung
Bevor die Außentemperaturen unter 10°C fallen sollte die Aloe unbedingt ins Haus geholt werden. Im Winter darf die Temperatur nie unter 5°C fallen. Die Aloe bevorzugt einen warmen, hellen Standplatz und trockene Luft. Auf hohe Luftfeuchtigkeit reagiert sie mit Fäulnis.

Galerie



Bilder: M. Alter
Text: M. Alter, H. Wegner
September 2017