Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen- Gesellschaft e.V. - gegründet 1897

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Löwenohr - Afrikanisches Löwenohr - Löwenschwanz - Wild Dagga
Leonotis leonurus

Leonotis leonurus

Innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) gehört die Gattung Leonotis mit 9 anerkannten Arten zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
(Plants of the world September 2022)
Während die Ursprungsgebiete der gesamten Gattung den überwiegenden Teil des Afrikanischen Kontinents, Madagaskar und Indien bedecken, stammt die Art Leonotis leonurus von der Südspitze Afrikas - den Kap Provinzen, Free State, KwaZulu-Natal, und den nördlichen Provinzen.
Die Art gehört zu den kleinwüchsigeren Vertretern ihrer Gattung, am Naturstandort erreicht sie eine Höhe von etwa 2m, in Kübelpflanzenkultur bleibt sie meist kleiner.
Die Vertreter der Gattung wachsen krautig bis halbstrauchartig und die leuchtend orangenen Blüten sind etagenweise in stängelumgreifenden Scheinquirlen angeordnet.
Die Quirle erreichen Durchmesser von 10-15 cm und erscheinen je nach Witterung etwa Ende Juli. Räumt man die nicht frostharte Pflanze rechtzeitig vor dem ersten Frost in einen hellen Wintergarten, so blüht sie bis in den Winter hinein.
Die Attraktivität der Blüten ist nicht allein durch die Farbe bedingt, sondern auch durch die Veränderung der Blüten während der Entwicklung und des Vergehens. Zunächst entwickeln sich die zu Röhren verwachsenen Kelchblätter, die sich nach oben hin zipflig öffnen. Mit der weiteren Blütenentwicklung erscheint in der Tiefe der Röhre ein rot-oranges Glimmen, das aufsteigt und als rot-oranger Tropfen aus der Röhre quillt. Nun entfalten sich die leuchtenden Blütenblätter. Zupft man aus der entfalteten Blüte die Staubgefäße, so hat man einen 'Puschel' in der Hand, der frei assoziiert an die Haare im Löwenohr oder am Ende des Löwenschwanzes erinnert. Dies hat wohl auch zur Namensgebung beigetragen. Ist die Blüte verblüht trocknen die Blütenblätter ein und die offenen Kelchröhren bleiben wie kleine Skulpturen um den Stängel geschmiegt zurück.
Alle Entwicklungsschritte sind am Stängel gleichzeitig zu sehen, da sich die Stängel und damit auch die Blütenquirle kontinuierlich entwickeln.
Die schmalen Blätter sind gegenständig an den Stängeln angeordnet. Die Pflanzen zeigen eine ausgeprägte Behaarung.
Am Naturstandort wurden Löwenohren auch zu medizinischen und rituellen Zwecken eingesetzt. Sie enthalten den psychoaktiven Wirkstoff Leonurin, was dem Löwenohr auch den Namen "Wildes Cannabis" und "Wild Dagga" eingebracht hat. Leonurin zeigt auch Wirkungen auf das Herz und weitere innere Organe.


Weitere interessante Informationen und Quellen finden Sie hier:
Leonotis leonurus - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Leonotis - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Lamiaceae - Plants of the world The International Plant Names Index and World Checklist of Selected Plant Families 2017
Leonurin - wikipedia


Kultur und Pflegepraxis

Standort und Düngung
Leonotis leonurus bevorzugt einen vollsonnigen Standort. Weitere Bedingungen für eine üppige Blüte sind eine gute, reichliche Wasserversorgung ohne Staunässe und eine gute Nährstoffversorgung mit blühbetontem Dünger, am besten wöchentlich über das Gießwasser.

Vermehrung
Löwenohren können durch Kopfstecklinge und über Saatgut vermehrt werden.

Überwinterung und Schnitt
Die optimale Überwinterungsbedingungen sind eine Temperatur von +10°C und hell.
Während der Winterperiode werden die Pflanzen nicht gedüngt und nur so viel gewässert, dass der Ballen nicht austrocknet. Im Frühjahr wird die Pflanze kräftig zurückgeschnitten und nachdem die Eisheiligen und die Spätfrostgefahr vorbei sind kann das Löwenohr wieder ins Freiland umziehen. Bevor die Pflanze an ihren vollsonnigen Standort gestellt wird sollte sie unbedingt abgehärtet werden, da sie die kräftige UV-Strahlung nicht mehr gewohnt ist und sonst verbrennt.

Galerie



Bilder: B. Verbeek
Text: H. Wegner
September 2022