von Berend Meyer
Dass Schnecken einem die ganze Freude an den Dahlien verderben können, erleben wir immer wieder. Hartnäckig und hinterhältig kommen sie Nacht für Nacht aus ihren Verstecken herangekrochen und fressen nicht nur einzelne Blättchen ab, sondern nagen oft auch ganze Triebe von unten am Stiel so an, dass diese bei nächster Gelegenheit umknicken oder gleich eingehen. Im Frühjahr haben sie es insbesondere auf die ersten Spitzen abgesehen, die gerade aus der Erde kommen. Sie fressen dann den gesamten Austrieb ab und können, wenn man nichts unternimmt, der ganzen Pflanze den Garaus machen.
Da nützt es auch nichts, wenn man genügend anderes frisches Grün im Garten angepflanzt hat. Schnecken haben offenbar eine besondere Vorliebe für Dahlien und stürzen sich häufig auch immer wieder auf dasselbe Exemplar. Die Nachbardahlien sind oft überhaupt nicht angefressen. Nach welchen Regeln dies erfolgt, habe ich noch nicht herausgefunden. Vielleicht schmeckt die „Stolze von Berlin“ doch ein wenig anders als die „Red Pygme“. Wer weiß. Dunkellaubige Sorten scheinen mir dabei allerdings weniger gefährdet zu sein als die normalen grünen Exemplare.
Besonders hinterhältig ist, dass Schnecken sogar unterirdisch am Werk sein können. Ich habe gelegentlich festgestellt, dass Dahlienknollen, die auch nach Wochen noch keinen Austrieb zeigten, bereits unter der Erde abgefressen waren. Schnecken können sich offenbar auch direkt am Wurzelhals der eingegrabenen Knollen festsetzen und dort ihr Unheil anrichten. Dagegen ist man dann doch machtlos.
Im übrigen hat jeder sein eigenes Rezept zur Schneckenbekämpfung und vor allem zur Entsorgung der Quälgeister. Wie bringt man diese ungebetenen Besucher am effektivsten, aber auch am schonendsten um. Salz, kochendes Wasser oder, ganz brutal, die Rosenschere werden ebenso genannt wie die Gefriertruhe oder das Bierglas. Letzteres scheint mir noch am „humansten“ zu sein, weil die Schnecken durch den Alkohol schnell betäubt werden und dann im „Vollrausch“ ertrinken können. Meine Frau und ich gehen jedenfalls regelmäßig nachts durch den Garten und sammeln mit einer starken Taschenlampe Schnecken ein, um sie dann in einem großen Glas mit Bier zu versenken. Hierüber kann man sich aber auch streiten.