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Deutsche Dahlien-, Fuchsien - und Gladiolen-Gesellschaft eV. 

Seit 1897 Liebhabergesellschaft für Pflanzenfreunde.  Auch für Freunde der Kübelpflanzen
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Geschiche der Kübelpflanzen
Die Kultur von Pflanzen außerhalb des Erdbodens in verschiedenen Gefäßen reicht weit in der Geschichte zurück. Schon im alten Ägypten wurden Pflanzen in Gefäßen kultiviert, wie auf Darstellungen aus der Zeit um 2500 v.Chr. zu sehen ist. Diese Pflanzen wurden sowohl für Dekorationen als auch für kultische Zwecke verwendet. Auf Abbildungen sind z.B. Boswellia - und Commiphora - Arten zu erkennen. Diese Weihrauchpflanzen waren in Ägypten nicht heimisch., d.h. es wurden nicht nur heimische, sondern auch ausländischer Pflanzen in Gefäßen , vor allem aus Ton, kultiviert. Die Tontöpfe waren meist reich dekoriert und hatten auch schon Wasserabzugslöcher. Auf Wandbildern von 1490 v.Chr. ist sogar eine Expedition abgebildet, die Weihrauchbäume nach Ägypten bringt.

Auch in der minoischen Kultur (um 1500 v. Chr.) hatten Pflanzen in Gefäßen auf Kreta Bedeutung. In Assyrien und Babylon wurden sowohl heimische als auch ausländische Pflanzen in Gefäßen kultiviert (um 800 v.Chr.). So waren sie sicher auch ein Bestandteil der „Hängenden Gärten von Babylon“ unter Nebukadnezar II., der von 606 - 562 v. Chr. lebte.

Zur Zeit von Perikles (494 - 429 v.Chr.) war diese Art, Pflanzen zu kultivieren auch in Griechenland bekannt und beliebt. Man versah ganze Dachgärten mit Bäumen und Sträuchern in Gefäßen. Sogar ein Prachtschiff war mit Rabatten und Pflanzungen versehen. Auch in der frühen römischen Republik fanden Kübelpflanzen in den Atrien Verwendung. Ebenso in den arabischen Gärten dieser Zeit. Im 7.Jahrhundert n.Chr. kam die arabische Gartenkultur, und damit auch die Kultur von Pflanzen in Gefäßen nach Südeuropa, was noch heute z.B. in der Alhambra in Spanien zu sehen ist.

Auch in Japan und China wurden schon früh Pflanzen in Gefäßen kultiviert, wie auf bereits 1000 Jahre alten Gemälden zu sehen ist. Als Gefäße wurden hier reich verzierte Keramiken, aber auch Holzkübel und flache Schalen verwendet. Zu einer eigenen Philosophie entwickelten zuerst die Chinesen, dann jedoch in Vollendung die Japaner die Kultur der Bonsais, die sich heute in Mitteleuropa einer gewissen Beliebtheit erfreut.

Die Kultur von südländischen Pflanzen nördlich der Alpen hat ihre ersten belegbaren Beispiele in den Gärten des Hochmittelalters. Allerdings ist anzunehmen, daß schon nach der Völkerwanderung einige Pflanzen ihren weg in die Klostergärten Mitteleuropas gefunden hatten. Schon im 14. / 15. Jahrhundert war die Verwendung von Pflanzen in Kübeln in den Gärten des Adels üblich. Häufig wurden diese Kübel an herausragenden Stellen des Garten, z.B. bei Rasenbänken; plaziert. Es wurden vor allem heimische Pflanzen in Kübeln verwendet, wie z.B. Lilien, Nelken und Iris, aber auch nicht alltägliche Pflanzen. Diese Pflanzen zeichneten sich jedoch weniger durch ihre fremde Herkunft als viel mehr durch ihre Wuchsform aus. Erwähnt seien hier  zum Beispiel die Etagenbäume. Enzianstrauch - Solanum rantonettii
Die Entwicklung hin zu außergewöhnlichen Pflanzen wurde durch das erwachende naturwissenschaftliche Interesse gefördert. Die Erwähnung fremdländischer  Pflanzen in der zeitgenössischen Dichtung  weist aber auf die Pflanzen orientalischer Gärten hin und nicht auf heimische Anlagen. Zum Ende des Mittelalters entsteht immer mehr der Wunsch nach seltenen Pflanzen aus anderen Ländern. Als Vorbild dafür dienten die seit dem 14. Jahrhundert entstehenden Botanischen Gärten mit ihren immer umfangreicher werdenden Sammlungen. Neben diesen waren jedoch die italienischen Renaissancegärten des 15. Und frühen 16. Jahrhunderts ein entscheidender Antrieb für das sammeln und Verwenden von ausgefallenen Pflanzen. In diesen italienischen Gärten waren Statuen, Zitruspflanzen in Terrakottagefäßen und andere Exoten wichtige Stilelemente. Noch heute kann man klassische Beispiele dieser Art der Gartenkultur bewundern, z.B. in der Toscana und in Rom
Italien spielte nicht nur als Anreger für Sammlungen, sondern auch als Pflanzenvermittler und Lieferant zu dieser Zeit eine wichtige Rolle. Und auch heute noch sind die Baumschulen, z.B. in der Toscana, wichtige Lieferanten für Kübelpflanzen und ausgefallene Gehölze.
Zu dieser Zeit begann in Mitteleuropa (nördlich der Alpen) auch der Import der „klassischen Kübelpflanzen“ wie Feige, Lorbeer, Granatapfel, Oleander und nicht zuletzt natürlich auch der Zitrusarten, von denen die Orange den Namen für die damit notwendig werdenden Überwinterungsräume gab. Die ‘Orangerie’ war geboren. Nördlich der Alpen enstehen jetzt auch große Pflanzensammlungen, so z.B. in Heidelberg, Dresden, Stuttgart, Prag und Wien. Vorbildlich wirkte in dieser Hinsicht Kaiser Rudolf II. (1552 - 1612), der an seinem Hof ausgedehnte Gärten anlegte und Gärtner und Botaniker seltene Pflanzen für sich sammeln ließ.

Aber nicht nur der Adel, sondern auch das Bürgertum mit ihren bedeutenden Familien hatte ein stattliche Anzahl von Kübelpflanzen schon im 16. Jahrhundert in Kultur. Neben einem großen Teil mediterraner Arten wurden noch bis ins 17. Jahrhundert schön blühende heimische Pflanzen in Kübeln kultiviert. Bedeutende Bürgergärten sind aus Nürnberg, Augsburg, Fürth, später auch aus Frankfurt, Breslau, Leipzig und anderen Orten bekannt. Eine sehr berühmte Sammlung dieser Zeit ist die des Nürnberger Stadtarztes Joachim Camerarius (1534 - 1598). Einige dieser Pflanzen sind auch im „Hortus Eystettensis“ (Nürnberg 1613) abgebildet.

Das für das 16. Jahrhundert charakteristische botanisch-naturwissenschaftliche Sammeln weicht in der folgenden Zeit nun der Verwendung der Kübel vor allem als gartenarchitektonisches Mittel. Einheitlich gestaltete Kübel werden geradezu als künstlerisches Element verwendet.
In den Barockgärten hat die Kultivierung und Präsentation von Pflanzen und Kübeln ihren Höhepunkt.Ein beeindruckendes Beispiel für die gestalterische Leistung dieser Zeit sind ohne Zweifel die Parkanlagen von Versailles, die unter Ludwig XIV. Entstanden. Aber auch die Anlagen von Herrenhausen und Nymphenburg muß man hier als weitere Beispiele erwähnen. Da die meisten verwendeten Exoten nicht winterhart waren, mußten Überwinterungsräume geschaffen werden. Es entstanden die Orangerien, die dann in den Barockgärten zu sehr wichtigen Gartenelementen wurden. Der Beginn liegt etwa Anfang 1600. Zuerst wurden diese Räume als Rollhäuser, bzw. als abschlagbare Orangenhäuser konzipiert. Nach und nach wurden sie zu eigenen festen Bauwerken. Sie entwickelten sich von reinen Nutzbauten zu oft hübschen Repräsentationsgebäuden, die gestalterisch als Element in die Parkanlagen einbezogen wurden und im Sommer sogar als Fest - und Speisesaal Verwendung fanden. In vielen Anlagen wurden dabei die Kübelpflanzen nicht nur bei den Orangerien sondern auch als „Wegbegleiter“ in die Gestaltung einbezogen. Falscher Jasmin - Solanum jasminoides
Mit der Entwicklung einer neuen Sammelleidenschaft im 19. Jahrhundert änderte sich auch die Verwendung der Kübel in Gärten und Parks. Die Präsentation von schön blühenden, besonderen Pflanzen tritt in den Vordergrund. Hierbei stehen die Kübel sowohl einzeln  als auch in Gruppen, oder sie werden auf Stellagen in mehreren Ebenen angeordnet. Nun beschränken sich die Kübelpflanzen nicht mehr nur auf Parkanlagen und parkähnliche Gärten, sondern tauchen auch in Villen - und Landhausgärten auf.
Mit der Entwicklung von heizbaren Glashäusern im 19. Jahrhundert war die Möglichkeit für die Kultur besonders kälteempfindlicher Pflanzen geschaffen. Durch Erkundung der Kontinente und eifriges Sammeln fand eine Bereicherung des Sortiments statt, vor allem durch Pflanzen Südafrikas und Amerikas. Der Höhepunkt der Pflanzeneinfuhren lag in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit wurden aber nicht nur viele Kübelpflanzen, sondern auch viele Gehölze eingeführt. Die Kübelpflanzen fanden ihren Platz in Wintergärten und Palmenhäusern, aber auch im Sommer im Freien. Sie waren ein wichtiges Gestaltungselement in den Villen - und Landhausgärten des 19. Und beginnenden 20. Jahrhunderts. Mit den beiden Weltkriegen und ihren Folgen fand dies jedoch ein vorläufiges Ende. In den letzten Jahren ist jedoch eine Renaissance der Kübelpflanzen zu beobachten. Dies hat seinen Grund zum einen im verstärkten Bau von Wintergärten, z.B. als „grünes Wohnzimmer“, zum anderen in dem Wunsch, auf Balkon und Terrasse mit Kübelpflanzen südliches Flair zu schaffen.
Hiermit möchte ich meinen kleinen geschichtlichen Überblick beenden. Zum Abschluß habe ich noch eine kleine Tabelle mit den Einfuhrjahren einiger Pflanzen.

Aus dem Mittelmeergebiet
1548 Dianthus caryophyllus (Nelke)
Cupressus sempervirens var. sempervirens (Zypresse)
1596 Nerium oleander  (Oleander)
Nord-bzw. Mittelamerika 
1561 Agave americana  (Agave)
1573 Tagetes patula  (Tagetes)
Südamerika
1686 Tropaeolum majus  (Kapuzinerkresse)
1784 Aloysia triphylla  (Zitronenstrauch)
1823 Fuchsia magellanica  (Scharlachfuchsie)
Südafrika
1629 Agapanthus africanus  (Schmucklilie)
1690 Pelargonium - Arten  („Geranien“)
1752 Dimorphotheca - Arten  (Kapkörbchen)
1818 Plumbago auriculata  (Bleiwurz)
Ostafrika
1880 Impatiens walleriana  (Fleißiges Lieschen)
Australien / Neuseeland
1788 Callistemon citrinus  (Zylinderputzer)
1789 Phormium tenax  (Neuseeländer Flachs)
Pittosporum tenuifolium  (Klebsame)
1810 Eucalyptus globulus  (Blaugummibaum)
Japan
1739 Camellia japonica  (Kamelie)
1783 Aukuba japonica  (Aukube)
China
1844 Trachycarpus fortunei  (Hanfpalme)
1891 Jasminum polyanthum  (Jasmin)
Text:  Ulrich Herzog
Quellen : Hegi „Flora Mitteleuropas“, Kawollek „Kübelpflanzen“
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