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Gladiolen brauchen einen tiefgründigen,
nährstoffreichen Boden. Vermeiden müssen wir frischen Humus,
frischen Mist, genauso schädlich sind auch Wurzeln von Stauden, Rosen
und alle dickeren Wurzeln von anderen Pflanzen. Diese Humusstoffe werden
von Pilzen und Bakterien abgebaut, die später auf die Wurzeln- und
Knollen überwechseln und die Gladiolen krank machen. Aus Erfahrung
pflanzen wir Gladiolen nicht nach Stauden -, Mais-, Wiesen- oder Kleeumbruch.
Nach Kartoffeln gibt es Probleme, wenn Knollen im Boden bleiben, ob krank
oder gesund. Gladiolen sollte man nie nach Gladiolen pflanzen, erst wieder
nach zweijähriger Pause.
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Bei der Pflanzung ist zu unterscheiden,
ob sie für den Schmuck im Garten sein soll, oder als Schnitt für
Zimmerschmuck, ferner ob wir die Knollen wieder ernten wollen oder nicht.
Wollen wir die Knollen ernten, müssen wir im April pflanzen.
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Die Gladiolen
blühen nach drei bis dreieinhalb Monaten und haben dann genügend
Zeit, nach der Blüte die Knolle voll auszubilden. Dazu ist erforderlich,
dass viel Laub an der Pflanze verbleibt. Bei Schmuckpflanzen im Garten
schneiden wir, wenn die Traube verblüht ist, diese ab, so dass der
Blütenstiel an der Pflanze verbleibt; wenn so alles Grüne, Blätter
samt Stiel an der Pflanze bleiben, bekommen wir die größten
und gesündesten Knollen. Es ist ratsam, diese Gladiolen in Gruppen
von 3, 5, oder 7 zwischen nicht zu hohe Sommerblumen zu pflanzen, welche
ab Mai blühen. Wir haben somit vom Frühjahr an bis zum Herbst
eine farbenfrohe Abwechslung und keine nur grüne Fläche bis Ende
Juli, wie es nur bei Gladiolen der Fall wäre. Auch in Lücken
zwischen Rosen und nicht zu hohen Stauden ist eine solche Gruppenpflanzung
möglich, aber es müssen vorhandene Wurzelstöcke aus dem
Boden herausgelesen werden.
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Für den Schnitt bestimmte Gladiolen
werden am Besten auf Beete gepflanzt. Beim Schneiden der Blumen ist zu
beachten, dass genügend Laub, 3 bis 4 Blätter, an der Pflanze
verbleiben muß. Dies ist möglich, wenn ein scharfes Messer mit
der Schneide voraus am Blumenstiel nach unten geschoben wird, in entsprechender
Tiefe mit dem Messer eine 90 Graddrehung gemacht wird, so dass die Schneide,
wenn das Messer durchgezogen wird, den Stiel durchschneidet. Zieht man
nun den Stiel mit einer Drehung nach oben, werden die meisten Blätter
an der Pflanze verbleiben. Wir bekommen so eine Stiellänge von 30
bis 35 cm. Wollen wir die ganze Länge für Bodenvasen, müssen
wir über dem Boden abschneiden und wie im Erwerbsanbau auf die Knollenbildung
verzichten und jedes Jahr neue Knollen kaufen. Im Erwerbsanbau werden ab
Anfang April, in günstigen Lagen unter Flachfolie schon früher,
alle 14 Tage Folgesätze gepflanzt, bis zum 1. Juni, um laufend bis
zum Frost Blumen schneiden zu können. Bei einer Blütezeit nach
Ende August lohnt eine Knollenernte im Privatgarten nicht.
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Um der Pflanze durch die abdeckende Erde
genügend Halt zu geben, ist eine Tiefe von 10 cm erforderlich, damit
die Pflanzen nicht umfallen. Der beste Abstand in Privatgärten ist
20 x 25 cm oder auch 25 x 25 cm. Eine Faustregel besagt, dass eine Gladiole
so viele Zentimeter Abstand nach allen Seiten braucht, wie man Einzelblüten
an der Traube erwartet. Unsere meisten Sorten haben 20 bis 25 Einzelblumen
und können sich bei diesem Abstand voll entwickeln. Im Erwerbsanbau
wird wohl etwas enger gepflanzt. Wenn wir mehr als 35 auf einen Bruttoquadratmeter
pflanzen, dies entspricht 23 bis 24 auf einen Nettoquadratmeter, bekommt
man eine Qualitätseinbuße, die wirtschaftlich nicht vertretbar
wäre. Eine Blume mit nur 10 Einzelblüten (3. Wahl) ist genauso
hoch mit Kosten belastet, bei der Ernte und Marktaufbereitung wie eine
Blume, für die der doppelte Preis erlöst wird.
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Düngung:
Gladiolen lieben einen alkalischen Boden;
der pH-Wert sollte um 7 bis 7,2 liegen. Eine Kalkgabe von 50 bis 80 g kohlensaurem
Kalk ist ratsam. Er wird mit der Grunddüngung bestehend aus einem
organischen Volldünger eingearbeitet. Die Menge des organischen Düngers
ist auf der Packung angegeben. Als Nachdüngung empfehle ich ein- bis
zweimal mineralischen Volldünger zu geben, aber nie mehr als 35 g
pro Quadratmeter und Gabe. Bei viel Regen und auf Sandboden ist es gut,
als zweite Gabe einen Stickstoffdünger in gleicher Menge zu geben,
in Salpeterform als Ersatz für den ausgewaschenen Stickstoff.
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Schädlinge:
Der schlimmste Schädling ist der Trips
oder Blasenfuß, der uns die ganze Freude an den schönen Blumen
nehmen kann. Die 1 bis 2 mm großen Fliegen können schon an der
Knolle unter den trockenen Schuppenblättchen sitzen und überwintern.
In der Wachstumszeit im Sommer können wir die kleinen schwarzen Insekten
und die gelben Larven innerhalb der Blattschäfte, die den Knospentrieb
umgeben, finden. Wenn der Schaft und die unteren Blattteile anstatt grün
grau punktiert werden, ist es höchste Zeit, etwas zu tun. Da die Schädlinge
doch fast im Innern der Pflanze wirken, hilft uns kein' Mittel als Berührungsgift;
es kommen nur systemische Gifte in Frage, welche von der Pflanze aufgenommen
werden. Dies sind E 605 und Metasystox, die in fast doppelter Konzentration
als angegeben, je nach Befall ein- bis zweimal in Abständen von 5
bis 8 Tagen je nach Wärmetemperatur angewendet werden. Man sollte
nicht in der Mittagszeit oder bei starker Sonneneinstrahlung spritzen.
Die Lufttemperatur sollte über 18 Grad liegen, der Abend wäre
der beste Zeitpunkt. Die Knollen werden in der Regel Tripsfrei geliefert,
dies geschieht durch Begasung am Lager. Wird trotzdem Tripsbefall festgestellt,
besonders an den Pflanzen, die selbst geerntet und gelagert wurden, ist
es erforderlich, vor der Pflanzung die Knollen 15 bis 20 Minuten in einer
Brühe von E 605 oder Metasystox zu baden (Gummihandschuhe benutzen).
Ansonsten wäre es besser, die Pflanzen zu verbrennen oder dem Müll
zu übergeben. Sie würden nicht blühen, nur unsere Bestände
verseuchen.
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