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Der Stolz eines jeden Fuchsienliebhabers
ist sein eigenes, selbst kultiviertes, Fuchsienstämmchen.
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Ob es nun ein Fußstämmchen bis
zu einer Höhe von 45 cm, ein Halbstämmchen bis etwa 80 cm hoch
oder ein Hochstämmchen über 1 m werden soll, die Aufzucht ist
auch für einen ungeübten Fuchsienfreund nicht besonders schwierig.
Die Anzucht wird immer mit einem gesunden
und kräftigen Steckling beginnen. Stecklinge, die an den Blattknoten
3 Blätter ausbilden sind besonders für Fuchsienstämmchen
geeignet. Im Gegensatz zu zweiblättrigen Stecklingen, werden hier
später die Leittriebe der Krone dreifach vorhanden sein. Die Vermehrung
durch Stecklinge, geschnitten unter dem dritten Blattpaar und dann lose
in ein Torf - Sand Gemisch oder Stecklingssubstrat gesteckt, setze ich
als bekannt voraus.
Ein günstiger Zeitpunkt für die
Anzucht eines Fuchsienstämmchen, ist der Herbst. Vorausgesetzt, man
kann den jungen Steckling im Winter durchkultivieren. (Gewächshaus,
Wintergarten oder auch an einem hellen Fensterplatz.) Das Längenwachstum
der Pflanzen wird durch die lichtarme Zeit begünstigt und dadurch
die gewünschte Höhe des Stämmchens schon oft bis zum Frühjahr
erreicht. Stecklinge aus der Frühjahrsvermehrung zeigen mit zunehmendem
Licht ein geringeres Längenwachstum, auch muß man das Entfernen
der Blütenansätze als Mehrarbeit in Kauf nehmen.
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Zurück zu unserem Fuchsiensteckling.
Nach 6 - 8 Wochen dürfte er einen kräftigen Wurzelballen gebildet
und sich zu einer Jungpflanze entwickelt haben. Die Jungpflanze setzt man
nun vorsichtig in einen 12 cm Topf, einen Stab zum Anbinden geben wir in
die Mitte. Als Pflanzsubstrat sollte eine gute Blumenerde verwendet werden.
Alle 6 - 8 cm wird die Pflanze während des Wachstums angebunden. Zum
Anbinden eignen sich Drähte mit Kunststoffmantel. Sobald der 12 er
Topf gut durchwurzelt ist, sollte in einen nächst größeren
Topf umgepflanzt
werden, dabei soll der Wurzelballen nicht
beschädigt werden.
Für das erste Jahr reicht der Pflanze
in der Regel ein 16 - 20 cm Topf. Wurde vor dem letzten Umtopfen ein Depotdünger
(Langzeitdünger) beigegeben, dann reicht ein regelmäßiges
Gießen, ansonsten sollte einmal wöchentlich mit Flüssigdünger
gedüngt werden. Die Seitentriebe an der Pflanze werden entfernt, die
Blätter müssen unbedingt an der Fuchsie verbleiben damit die
Pflanze assimilieren kann. Persönlich lasse ich auch die Seitentriebe
an der Pflanze, dadurch wird der Stamm, nach meiner Erfahrung, kräftiger.
Erst nach dem 3. Blattpaar an den Seitentrieben werden diese Seitentriebe
ausgebrochen. Blütenansätze müssen zunächst immer
entfernt werden. Die ganze Kraft wird
ja zum Längenwachstum der Pflanze benötigt.
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Wenn die gewünschte Stammhöhe
erreicht ist, wird die Triebspitze abgeschnitten. Die Höhe des Fuchsienstämmchen
sollte man frühzeitig festlegen und dabei berücksichtigen, daß
die 3 - 4 Etagen (Seitentriebe) später die Krone bilden sollen. Diese
Seitentriebe kann man recht kräftig wachsen lassen(!) und dann erst
bis auf 2 Blattpaare einkürzen. An dem "Aststumpf" werden dann neue
Triebe entstehen, diese sollten dann nach dem 2 - 3 Blattpaar weich entspitzt
werden, d.h. nur die weiche Blattspitze auskneifen. Je öfter man entspitzt,
desto dichter wird später die Krone unseres Fuchsienstämmchen
werden. Nach dem letzten Entspitzen kann es, je nach
Fuchsiensorte, 6 - 10 Wochen dauern bis
die ersten Blüten an dem Stämmchen erscheinen.
Wer sich die Anzucht eines Stämmchens
vereinfachen möchte, der kann sich schon im zeitigen Frühjahr
aus einer Fuchsiengärtnerei vorgezogene Stämmchenpflanzen besorgen.
Diese vorgezogene Stämmchen sind nicht nur besonders preiswert, sie
verhelfen den Fuchsienfreunden auch schnell zu einem Erfolgserlebnis. Ein
vorgezogenes Stämmchen ('Rose of Castille), ca. 3 Monate alt hatte
bei mir nach weiteren 6 Monaten eine Stammhöhe von 90 cm, die Kronen
war etwa 60 cm im Durchmesser und nach dieser Zeit in voller Blüte.
Welche Sorte ist besonders geeignet? Von
fast jeder Fuchsiensorte kann man Fuchsienstämmchen kultivieren. Bei
Stämmchen von überhängenden oder hängenden Sorten kommen
die Blüten bei den "Glockenbäumchen" besonders zur Geltung.
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