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Entstehung und Verbreitung der Gattung Fuchsia
Die Urfuchsie entstand vor mindestens 41 Millionen Jahren irgendwo auf den
damals noch zusammen hängenden Kontinenten von Südamerika,
Antarktika und Australien. Von dort verbreitete sie sich bis Mittelamerika
und über Australien nach Neuseeland und in den pazifischen Raum. Damit ist
im Wesentlichen auch bereits der Ausbreitungsraum der 107 Arten der Gattung
Fuchsia beschrieben.
DNA-Untersuchungen von Paul E. Berry, die dieser zusammen mit William J.
Hahn, Kenneth J. Sytsma, Jocelyn C. Hall und Austin Mast an 32 Arten und
einigen Arten verwandter Gattungen durchgeführt und in der Ausgabe
April 2004 des American Journal of Botany (S. 601 ff.) veröffentlicht hat,
zeigen die Entwicklungsgeschichte der Fuchsien.
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Die Abbildung entstammt ebenfalls diesem Artikel und zeigt links die
Trennung der Gattungen Hauya und Circaea vor minimal 52 Millionen Jahren
( Knoten A / die Länge der Linien entspricht der entwicklungsgeschichtlichen
Dauer; von der linken bis zur rechten Bildkante sind es genau diese 52
Millionen Jahre) und die der Gattungen Fuchsia und Circaea
vor mindestens
41 Millionen Jahren (Knoten B).
Gemäß den Ergebnissen der Analyse
(alle Daten geben das minimale Alter an), begann die anfängliche
Diversifikation der Fuchsie vor ungefähr 31 Millionen Jahren
(Knoten C).
Die südpazifische Linie trennte sich vor ungefähr 30 Millionen Jahren ab,
was mit den bekannten Fuchsien-Fossildaten aus Australien und Neuseeland
übereinstimmt, die 25 - 30 Millionen Jahre zurückgehen. Die Spaltung
zwischen den karibischen Fuchsien (vertreten durch F. triphylla) und den
viel artenreicheren Sektionen der Anden erfolgte vor ungefähr 25 Millionen
Jahren (Knoten D).
Es scheint, dass mindestens eine anfängliche
Diversifikation der großen Anden-Sektionen vor mehr als 22 Millionen
Jahren erfolgte (Knoten E).
Die Abtrennung der neuseeländischen
Procumbentes von der südpazifischen Sektion Skinnera erfolgte vor
18 Millionen Jahren (Knoten F).
Zwei andere wichtige Daten sind
die Knoten G und H.
Der erste stellt die Trennung zwischen den Arten
der südlichen Anden (F. lycioides und F. magellanica) und den
brasilianischen Mitgliedern der Sektion Quelusia vor ungefähr
13 Millionen Jahren dar. Der Zweite, vor gerade einmal 8 Millionen
Jahren, stellt die Trennung zwischen den Arten von Neuseeland
(Skinnera) und dem Vorfahren des Tahitianers
F. cyrtandroides dar.
Aufgrund der Arbeitsergebnissen ist es unklar,
wo die Gattung Fuchsia entstand; aber da die
Gattung Circaea die engste Verwandte der Fuchsia und
die mittelamerikanische Hauya eine Schwester-Gruppe zu
Circaea + Fuchsie sind, scheint es wahrscheinlich, dass die Gattung
im nördlichen Südamerika oder sogar im südlichen Nordamerika oder
Mesoamerika, aber nicht im südlichen Südamerika, wie früher angenommen entstand.
Die Ergebnisse bestätigen, dass es eine einzelne südpazifische Abstammung
(zwei Abteilungen, vier Arten), sowie eine getrennte Abstammung im südlichen
Südamerika, bzw. im südlichen Brasilien (zwei Abteilungen, 10 Arten) gibt.
Die Untersuchung zeigt auch, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit eine einzelne
Anden-Urfuchsie gab, aus der die Sektionen Fuchsia, Hemsleyella
und Pachyrrhiza
(insgesamt 80 Arten, einschließlich zwei auf der karibischen Insel von Hispaniola),
sowie die davon getrennte monotypische Sektion Verrucosa entstanden sind.
Zuletzt gab es entweder eine einzelne
Entwicklungsabstammung, die sich in Mexiko und Mittelamerika entwickelte,
aus der die modernen Sektionen Encliandra, Jimenezia, Schufia und Ellobium
entstanden sind, oder andernfalls sich dort zwei getrennte Abstammungen entwickelt
haben, eine aus der die Sektion Ellobium (drei Arten) entstand und eine zweite,
aus der die anderen drei Sektionen (neun Arten) entstanden sind.
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Seit Paul E. Berrys Untersuchung werden die
107 Arten der Gattung Fuchsia in 11 Sektionen unterteilt
Heimat der Sektion Ellobium mit ihren drei Arten und
einer Naturhybride ist Zentralamerika von Mexiko bis
Costa Rica in Höhenlagen zwischen 1.450 und 3.400 m.
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Die Sektion Encliandra (6 Arten und
eine Naturhybride)
mit ihren typischen kleinen Blüten ist ebenfalls
in Zentralamerika beheimatet und bildet bis zu vier Meter hohe Büsche.
Die zwei Arten der Sektion Schufia bilden aufrechte,
holzige Büsche oder kleine Bäume und zeigen mit ihren vielen kleinen,
aufrecht stehenden Blüten ein typisches Aussehen. Ihre Heimat liegt in Mittelamerika.
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Ihre Heimat liegt in Mittelamerika.
Die Sektion Jimenezia umfasst nur eine Art, die
F. jimenezii,
die in Panama und Costa Rica in feuchten Regenwäldern wächst.
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Die umfangreichste Sektion ist die Sektion Fuchsia mit 64 Arten,
deren Heimat in den nördlichen Anden und auf Hispaniola zu finden ist:
Die meisten Arten wachsen im Regenwald in höheren, kühlen und feuchten Lagen
mit starken klimatischen Schwankungen.
15 Arten umfasst die Sektion Hemsleyella,
die ebenfalls in den tropischen nördlichen Anden beheimatet sind.
Sie haben oft Knollen oder verdickte Stämme und Wurzeln.
Eine weitere Sektion umfasst nur eine Art:
Pachyrrhiza mit F. pachyrrhiza,
beheimatet in den peruanischen Anden, bildet unterirdische Knollen.
Auf Grund der oben angesprochenen Untersuchungen von Paul Berry musste die
F. verrucosa aus ihrer bisherigen Sektion Fuchsia entnommen werden.
Sie bildet nun die monotypische Sektion Verrucosa.
und ist in Kolumbien und Venezuela beheimatet. Details siehe Jahrbuch der DDFGG 2004, S. 193 ff.
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Auch die Sektion Kirschlegeria umfasst nur eine Art, F. lycioides,
die in einem Küstenstreifen Zentral-Chiles beheimatet ist.
Acht der neun Arten der Sektion Quelusia sind im Osten Brasiliens
anzutreffen, ihr bekanntester Vertreter, die F. magellanica,
jedoch in den südlichen Anden.
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Die Sektion Procumbentes umfasst nur eine Art.
Heimat der niederliegende Büsche bildenden F. procumbens
ist die nördliche Insel Neuseelands.
Mit nur drei Arten und einer Naturhybride ist auch Skinnera
eine kleine Sektion. Diese Arten sind in Neuseeland und auf Tahiti zu finden.
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Quellen:
Paul E. Berry, Sections and Species of Fuchsia. October 2005, in: Journal of Fuchsia Research, Vol. 4, No. 1, May 2006, Hrsg.: Fuchsia Research International, S. 34 ff.
Paul E. Berry u. a., Phylogenetic Relationships And Biogeography of Fuchsia
(Onagraceae) Based on Noncoding Nuclear And Chloroplast DNA Data, American Journal of Botany, April 2004, S. 601 ff.
Mia Goedman-Frankema, Botanische Fuchsia's, Zutphen 1992 (Terra Verlag)
Helmut Regnat, Die Gattung Fuchsia, CD 2000 im Eigenverlag hergestellt
Elisabeth und Hans Schnedl, Wildformen der Fuchsie, 1997 im Eigenverlag
Arthur J. Tickner, The Genus Fuchsia, CD herausgegeben von Fuchsia Research International 2004
Text:
Manfried Kleinau
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