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Die ursprüngliche Heimat der Dahlie ist Mittelamerika, Mexiko,
wo sie auch heute noch wild wachsend in den Hochlandgebieten um 1500 m -
4300 m ü. NN. gefunden wird. Auf einige besondere Arten trifft man auch in
tiefer gelegenen tropischen Regionen.
Die Ureinwohner Mexikos kannten die Dahlie schon lange vor der Entdeckung
Amerikas durch Christoph Columbus. Schon vor Jahrhunderten gab es unter den
Azteken viele Experten im Feld- und Gartenbau. Sie entwickelten
unter anderem Terrassenanlagen, Systeme mit künstlicher Bewässerung
und die berühmten schwimmenden Gärten.
Dahlien wurden von
den Azteken bereits 200 v. Chr. kultiviert und angebaut.
Nach Francisco Hernández besaßen die Indios aus Cuernavaca
und Tepozotlán, welche die Dahlie bereits sehr früh vermehrten
und miteinander kreuzten, unzählige Variationen der Pflanze und
ihrer Blüten. Aus diesem Grund ist es schwierig, eine Urform der
Dahlie zu beschreiben, obwohl immer noch relativ einheitliche,
einfach blühende Formen in ihrer Heimat Mexiko wild wachsen.
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Dahlia imperialis
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Dahlia atropurea
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Dahlia merckii
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Die Dahlie war den mexikanischen Indianervölkern unter mehr als 20
verschiedenen Namen bekannt, einige davon werden heute noch benutzt:
Acocoxochitl, Acocotli, Cocoxochitl, Chichipatli, Coanenepili.
Dabei ist zu beachten, dass diese Namen nicht mit den bei uns gebräuchlichen
botanischen Eigennamen bestimmter Pflanzen zu vergleichen sind.
In Nahuatl, Maya und anderen originalen Sprachen Mexikos existieren einerseits
Oberbegriffe für Kräuter (xihuitl), Sträucher (cuaxihitl), Bäume (cuhuitl) usw.,
daneben auch bestimmte Eigennamen für z.B. Tomate (tomatl), Chili
(chilli), Kartoffel (coacoatomatl). Andererseits gibt es viele regional
unterschiedliche Bezeichnungen für ein- und dieselbe Pflanze,
welche aus deren Eigenschaften und Besonderheiten zusammengesetzt sind.
Die Azteken gaben der Blume den Namen "Xicamiti",
möglicherweise abstammend
von der Xicama-x´chitl, was "Flor del Camote" bedeutet,
da die Pflanze sich durch Wurzelknollen vermehrt.
Die Spanier nannten die Blume ursprünglich Jicamite,
in Anlehnung an den aztekischen Namen. Im Staat Mexiko ist die Dahlie noch
heute unter diesem Namen bekannt, in Michoacán kennt man sie als
"Charahuesa".
In der aztekischen Kultur galt die Dahlie als besondere Pflanze.
Die gelborange bis purpurfarbene Blüte war ein Symbol der Sonne,
welche das Kernstück des aztekischen Glaubens darstellte.
Zudem spielte die Blume eine bedeutende Rolle bei kulturellen
und religiösen Anlässen. Ihre Darstellung findet man heute auf
traditionellen Kunsthandwerken und Gemälden sowie in figurativen
Darstellungen an den alten Pyramiden (Whitley 1987).
Der Sonnenkaiser Moctezuma bekam den Überlieferungen nach
im Jahre 1503 zu seiner Krönung ein Gewand mit einer riesigen,
gestickten Dahlienblüte von seinen Neffen geschenkt.
Die Wurzelknollen mit ihrem reichen Gehalt an Stärke in Form von
Inulin dienten den Indianern als wertvolle
Nahrungsquelle,
der Knollensaft wurde außerdem für medizinische Zwecke eingesetzt.
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Die erste farbige Illustration einer Dahlie zeichnete
1552 ein aztekischer Künstler,
der vermutlich unter der Anleitung spanischer Lehrer arbeitete.
Eine schwarz-weiße Fassung dieser kolorierten Darstellung wurde
1552 im Badianus Manuskript herausgegeben.
Die Zeichnung selber ist nicht sehr realistisch, jedoch von großem historischem Wert.
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Das Badianius Manuskript wurde lange Zeit in der vatikanischen Bibliothek vergessen.
Bis zu seiner Wiederentdeckung im Jahre 1931
schrieb man die früheste Darstellung
der Dahlie 1615 dem Spanier Francisco Hernández zu.
Dieser lebte von 1571 bis 1577 in Mexiko und hinterließ einige
Jahre später bei seinem Tod umfangreiche Manuskripte und
Abhandlungen über die dort heimische Flora.
Einige dieser Manuskripte wurden durch Francisco Ximenes
1615 in Mexiko in lateinischer Sprache herausgegeben.
Ximenes verkaufte sie später in Rom an den Präsidenten der
Akademie die Lyncei.
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Das Werk erschien 1651, mehrfach durch Gelehrte bearbeitet
und mit Anmerkungen versehen, unter dem Titel
"Rerum medicarum Novae Hispaniae thesaurus seu Nova plantarum,
animalium et mineralium Mexicanorum Historia" in Rom (Wirth 1990).
In diesem Werk erwähnt Francisco Hernández zwei Variationen der
Gattung Dahlia, die D. variabilis von Cavanilles und die D. coccinea,
und zwar in ihrer Eigenschaft als
Zierpflanze mit medizinischer Heilwirkung.
Die abgebildeten Pflanzen werden mit dem mexikanischen Namen
"Acocotli" bezeichnet, welcher von den Bewohnern des Staates Guanajuato
benutzt wird, und sind in den Bergen dieser Landschaft zu finden.
Auf den ../Bilder/Geschichte/n sind deutlich die halbgefüllten Blüten zu erkennen.
In dem Werk von Hernández ist eine weitere Dahlie abgebildet,
deren Blüten noch stärker gefüllt sind. Diese zweite Pflanze
wird in der Madrider Ausgabe des Buches, das 1790 unter dem Titel
"De Historia plantarum Novae Hispaniae" erschien,
in Band I unter der Überschrift "De Acoxochitl seu flore Acocotli"
beschrieben. Laut Autor dieses Werkes gibt es in
Mexiko mehrere Formen von Acoxochitl, die sich in der Größe und
Farbe der Blüten voneinander unterscheiden:
weiße, gelbe, purpurfarbene oder rote, aber auch weiße mit
purpurn oder gelbe mit rot. Er beschreibt
zudem das Auftreten von gefüllten neben den einfachen Blüten.
Die Wurzeln werden ebenfalls beschrieben.
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Dahlia occinea
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Dahlia pinnata
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Dahlia rosea
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Aufgrund dieser Angaben kann man davon ausgehen,
dass Vertreter der Dahlia schon um 1500 in mexikanischen Gärten
kultiviert wurden.
Dies bedeutet, dass die Dahlie bereits vor ihrer
Entdeckung von den Spaniern keine reine Wildart mehr darstellte,
sondern bereits eine Unterform.
Ein weiterer Bericht, der diese Annahme untermauert,
stammt von dem Nicolas Thierry de Menonville,
der im Auftrag Ludwig des XVI. Mexiko bereiste,
um die Cochenille-Laus und ihre Nährpflanze zu finden
(diese diente zur Herstellung von rotem Farbstoff).
In seinem Bericht von 1787 erwähnte Thierry, in einem Garten in Oaxaca
(Südmexiko) Pflanzen mit violetten, gefüllten,
asternartigen Blüten auf mannshohen Stielen mit holunderartigen
Blättern gesehen zu haben, wobei es sich vermutlich um eine Dahlie handelte.
Quelle:
Auszug aus der Diplomarbeit von Sondra Anabel Kleinsorge:
Entwicklungsgeschichte und Alternative Nutzungsmöglichkeiten von Dahlia Cavanilles (1791)
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