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Deutsche Dahlien-, Fuchsien - und Gladiolen-Gesellschaft eV. 

Seit 1897 Liebhabergesellschaft für Pflanzenfreunde.  Auch für Freunde der Kübelpflanzen
 
 
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Dahlienreise Normandie 2009
Bettina Verbeek - Dahlienreise Normandie - 20.08. - 25.08.2009

Dahlien und ein Teppich in Frankreich
"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen!" So heißt es allgemein und so passt es auch für unsere Reise nach Frankreich, nach Paris und in die Normandie. Nach einigen Diskussionen mit unserem Reisbüro stand der Reiseplan fest und es konnte los gehen. Insgesamt 22 Dahlien- und Pflanzenfreunde hatten sich angemeldet, eine recht überschaubare Gruppe also, wen man bedenkt, wie viele Teilnehmer unsere Jahrestagung stets hat.
Das erstes Ziel dieser Reise befand sich nicht in Frankreich, sondern in Belgien. Der Vrijbroekpark in Mechelen, gut bekannt wegen seiner prachtvollen Dahlienbeete, war das erste Ziel dieser Reise. Leider war es sehr heiß, um die 28° C im Schatten, so dass die Dahlien etwas schlapp waren, aber sich in voller Blüte präsentierten. Die Dahlienfreunde freuten sich, auch mal Sorten belgischer Züchter zu sehen, wie z.B. die gerade getaufte 'Echo van Wansrode!.
Da Frankreich doch ein recht großes Land ist und alle Wege über Paris führen, steuerten wir als nächstes Ziel Paris mit dem Parc Floral im Bois du Vincennes an. Der Park wurde im Morgenlicht besichtigt und überzeugte alle Teilnehmer ob seiner Vielseitigkeit.
Was nicht überzeugte, waren die Dahlien. Vor fünf Jahren, als ich mit Berend und Hanna Meyer dort war, hatte uns in dieser Jahreszeit ein Überschwang an Dahlienblüten begrüße. Nun war kaum eine Sorte in Blüte, die Fotofreunde fanden kaum ein Motiv. Das Neueste, was und dort noch berichtet wurde, war jedoch, das kein Wettbewerb mehr stattfindet in Paris. Es gibt nur noch die Publikumsdahlie. Wie überall, aus Kostengründen, wurde dieser Aufwand drastisch reduziert.

Von Paris aus ging die Reise weiter zum Garten von Clos du Coudray. Dort gibt es viele verschiedene Gartenzimmer, ein Highlight auf Gartenreisen nach Frankreich. Auch eine große Dahliensammlung sollte es geben, gab es auch, nur blühten auch hier die Dahlien nicht und sahen insgesamt sehr kränklich und ungepflegt aus. Was jedoch überzeugte, war der Gräsergarten. Sehr schön war es, durch die hügelige Anlage mit den wogenden Gräsern zu spazieren.

Auf der Weiterfahrt nach Bayeux sahen wir viel pittoreske Landschaft und malerische Städte der Normandie. Bayeux selbst beeindruckte durch die Kathedrale, aber machte auch nachdenklich durch die am Ortsrand liegenden Kriegsgäberstätten des 2. Weltkrieges.

Samstag Morgen fuhren wir als erstes zum Château de Flamanville. Michel Robert würde uns nicht erwarten, jedoch der Schatzmeister der Franz. Dahlien-Gesellschaft, Yoann sollte kommen. Wie schon einmal erlebt, überraschte uns das farbige Blütenmeer der über 700 Dahliensorten hinter der Mauer des Küchengartens.
Leider waren die Sorten nicht beschildert, jedoch waren sie gepflanzt, wie sie aufgelistet waren. Zwar dauerte es etwas, bis wir den Anfang gefunden hatten, doch dann konnten wir viele Sorten zuordnen. Es gab einiges interessantes zu entdecken, vor allem die Franz. Sorten von Michel Robert sahen gut aus. Weil der Besuch des Dahliengartens von Coutances kurzfristig abgesagt worden war, hatten wir mehr Zeit für Falmanville. Das war auch gut so, denn Yoann kam tatsächlich, er war den weiten Weg aus Chartres gekommen. Bei der Findung von besonderen Sorten war er sehr behilflich. Glücklicherweise sprach er auch ganz gut Englisch, was die Verständigung etwas leichter machte. Als Dank für seine Mühen bekam er von uns eine Felco-Schere geschenkt.

Einen Teil des Nachmittags verbrachten wir in Coutances, besichtigten dort die Kathedrale und den Stadtkern, so wie den sehr geschmackvoll angelegten Blumenpark der Stadtmitte.

Als letzten Garten des Tages besuchten wir den Jardins du Manoir d'Argences. Ein Garten, der uns mit dem Tag wieder etwas versöhnte. Typisch englisch kam er daher, mit verschiedenen Gartenräumen. Ansprechend gestaltet und wohltuend schattig nach der Hitze der Stadt, jedoch ohne Dahlien.
Der Sonntag begann strahlend, ein Park, der zum Chateau des Ravalet gehörte, sollte besichtigt werden. Gleich schon der Eingangsbereich nahm uns für sich ein, großzügig und farbenfroh gestaltet stellte er so das Gebäude in den Vordergrund. Und es gab dort Dahlien, nicht so sehr viele, aber es gab welche. Etwa 50 Sorten, immerhin und ordentlich in Blüte. Manche von uns entdeckten sie gleich, andere wiederum so auch ich, gingen erst auf Entdeckungstour durch den Park. Neben Baumfarnen beeindruckte auch hier ein Gräsergarten und blaue Hortensien unter weißen Birken, eine interessante Kombination.
Weiter ging dann die Fahrt nach Cherbourg, wo uns bunte, südländisch anmutende Rabatten begrüßten. Viele Palmen und andere mediterrane Pflanzen unterstrichen den südländischen Charakter, dazwischen Sommerblumen in gelb und rot, vor allem die Dahliensorte 'Bishop of Llandaff'. Es war heiß in Cherbourg und auch in dem Garten, der dann folgte. Ein Garten, der sicherlich früher im Jahr zu einem Höhepunkt einer Gartenreise gehört. Jetzt war er jedoch durch die Hitze des Sommers sehr in Mitleidenschaft gezogen. Für mich war das Beste die üppig blühende Lagerstroemia, die bei uns leider nicht hundertprozentig winterhart ist. Doch eine schöne Pflanze befand sich nach diesem Gartenbesuch dann doch in meinem Besitz. In dem Gartencenter, was dazu gehörte, fanden sich auch Fuchsien, unsere Fuchsienfachleute sagen, dass die Fuchsiengallmilbe sich dort deutlich breit gemacht hatte. Fuchsien fanden also nicht den Weg in unseren Bus!

Am Abend dann gab es in Bayeux eine Besonderheit: Der Teppich von Bayeux wurde besichtigt. Im Bus vorher hatte schon Hanneke van Dijk unsere Reiseleiterin und Berend Meyer, ein u. a. Fachmann für geschichtliche Hintergründe, uns über die Geschichte des Teppichs und die Geschichte, die er darstellt, informiert. "Mit Wissen mehr Genuss!", so heißt es doch. Es gab zwar ein Audiogerät, das jeder abhören konnte, aber mir ging es zu schnell vorwärts. Ich schaltete es aus und habe dann zusammen mit Rose-Marie Gerritsen, unserer Reiseleiterin der Englandreise, die diesmal Gast der Reise war, den Teppich angeschaut. Wir haben uns viel Zeit gelassen, das braucht man auch für solch ein Kunstwerk, denn es ist wirklich eindrucksvoll und einzigartig.

Noch war unsere Reise nicht zu Ende, wir mussten ja noch über Paris zurück. Frankreich ist ein großes Land, das sollte man bedenken, wenn man es bereist. Also gab es am nächsten Tag noch zwei Gärten, um die Fahrtzeiten im Bus zu unterbrechen. Der erste Garten war ein schöner, kühler Garten, viel Schattenplätze, hübsche Gehölzkombinationen, besonders eindrucksvoll mehrere Cornus controversa 'Variegata', die mit ihrem prächtigen Laub besondere Plätze bekommen hatten.
Ein Höhepunkt der Reise sollte der Garten von Monet sein und das war er auch tatsächlich. Wir waren früher dort als geplant und das war auch gut so. So hatten wir viel Zeit, alle Einzelheiten zu entdecken und vor allem den Seerosenteich auf uns wirken zu lassen. Es war ein regnerischer Tag, erstaunlicherweise, so gab es nicht so viele Besucher, die den Blick auf die Pflanzen verstellten. Farbenprächtige Rabatten mit Sommerblumen und vielen, vielen Dahlien hatte man angelegt. Diese vermittelten etwas von dem Farbenrausch, der schon zu Monets Zeiten geherrscht haben muss. Die Dahlienfans kamen auch im Dorf, ein Stückchen weiter die Straße rauf, auf ihre Kosten. Gab es dort nämlich hübsch Ton in Ton angelegte Beet mit vielen Dahlien und anderen Sommerblumen.

Am Dienstag traten wir dann von Paris aus die Rückreise an, nicht ohne unterwegs noch eine Garten zu besichtigen: Die private Dahliensammlung von Hubert Moens, Leiter des Vrijbroekparks von Mechelen. So schloss sich wieder der Kreis. Dort konnten die Dahlienfreunde schwelgen im Dahlienmeer. Alle belgischen Sorten hat er gesammelt und dazu noch einige internationale, die er einfach schön findet. Sollte also jemand auf der Suche nach einer belgischen Sorte sein, dort wird er sicher fündig.

Dies war die letzte Etappe unserer Frankreichreise. Es war eine lange Reise und wir haben viele interessante Pflanzen gesehen. Nur die Dahlien haben uns nicht wirklich überzeugt, vielleicht waren wir zur falschen Zeit am richtigen Ort.
Ein schöner Nebeneffekt dieser Reise war, dass Rose-Marie Gerritsen, unsere Reiseleiterin der Englandreise, nun Mitglied unserer Gesellschaft geworden ist! Das spricht doch für sich, oder!?